Wo und wann melde ich meine AHV-Altersrente an?

 

Wo und wann melde ich meine AHV-Altersrente an?

 

a)Anmeldung einer SCHWEIZER AHV-Altersrente (ohne Auslandsrenten)
  • a.1) Allgemein
    Wer in der Schweiz eine Leistung einer Sozialversicherung beanspruchen will, muss sich dafür anmelden.  Ausgleichskassen führen grundsätzlich keine Kunden-Adressdaten, d.h. die Anmeldung muss so oder so von der versicherten Person erfolgen. Anmeldeformulare sind bei den Ausgleichskassen oder online erhältlich. Die Altersrente kann erst beim Erreichen der Altersgrenze verbindlich berechnet werden.
  • a.2) WANN
  • Ordentliches AHV-Rentenalter
    Um rechtzeitig in den Genuss der AHV-Rente zu gelangen, sollte die Anmeldung optimalerweise drei bis vier Monate vor Erreichen des AHV-Alters erfolgen. Personen die eine IV-Rente beziehen sowie Nichterwerbstätige Personen werden jeweils von der zuständigen Ausgleichskasse ca. 4 Monate vor dem ordentlichen AHV-Alter angeschrieben.
  • Vorbezogene AHV-Altersrente
    Seit 1997 ist der Vorbezug der AHV-Altersrente um genau 1 Jahr oder genau 2 Jahre möglich. Rechtzeitige Anmeldung ist zwingend notwendig: Spätestens am Ende des Monates in dem Person 63/64(Mann) bzw. 62/63(Frau) Jahre alt wird. Am letzten Arbeitstag dieses Monates muss AHV-Altersrenten-Anmeldung abgegeben werden. Wer z. B. am 15. August 63-jährig wird und danach die Altersrente beziehen will, muss die Anmeldung spätestens am 31. August eingereicht haben. Rückwirkend ist die Anmeldung zur vorbezogenen AHV-Altersrente NICHT möglich, am besten 5-6 Monate im voraus anmelden. Beim Vorbezug wird die Altersrente gekürzt. Bei einem Jahr um 6.8%, bei 2 Jahren um 13.6%. Zusätzlich wird während der Dauer des Vorbezuges keine AHV-Altersrenten-Kinderrente ausbezahlt für allfällige Kinder unter 18 bzw. unter 25 in Ausbildung. Mit dem Erhalt der AHV-Altersrente entsteht grundsätzlich, sofern die wirtschaftlichen Verhältnisse dies bestätigen, ein Anspruch auf Ergänzungsleistung. Dieser Ergänzungsleistungsanspruch besteht auch bei einem Vorbezug der AHV-Altersrente in vollem Umfang.
  • Aufgeschobene AHV-Altersrente
    Spätestens zwölf Monate nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters muss die aufzuschiebende AHV-Altersrente mit dem normalen offiziellen Standard-AHV-Altersrenten-Anmelde-Formular über die AHV-Ausgleichskasse, geltend gemacht werden. Auf diesem Altersrenten-Standard-Anmeldeformular ist die Option “aufgeschobene Rente” anzukreuzen. Wird die Anmeldung nach Ablauf dieser 12 Monate eingereicht, wird nur eine normale ordentliche AHV-Altersrente ausbezahlt, jedoch rückwirkend ab Erreichen des AHV-Rentenalters. d.h. es wird dann keine aufgeschobene Rente sondern eine ganz normale AHV-Altersrente ausbezahlt. Wurde die aufzuschiebende Rente jedoch innerhalb des genannten Jahres angemeldet, so wird die Rente bei der Ausgleichskasse ganz normal berechnet jedoch nicht verfügt und dadurch nicht ausbezahlt. Sie ist „stand by“ und kann innerhalb von 5 Jahren abgerufen werden, frühestens jedoch nach einem Jahr nach Erreichen des ordentlichen AHV-Alters. Je nachdem wie lange die Rente aufgeschoben wird, erhält die AHV-Rente einen Zuschlag von mindestens 5.2% (Aufschub 1 Jahr) bis maximal 31.5% (Aufschub 5 Jahre).
    Wird im Stand-By-Modus die Rente vor Ablauf von 12 Monaten geltend gemacht, überweist die Ausgleichskasse die aufgelaufenen Rentenbeträge ohne Zuschlag und ohne Zins rückwirkend ab Beginn des Rentenanspruchs.
    Ist mindestens ein Jahr Stand-By-Modus vergangen, ist keine rückwirkende Auszahlung mehr möglich. Die Ausgleichskasse zahlt stattdessen ab dem folgenden Monat des Abrufs die aufgeschobene, erhöhte Rente aus. Während des Aufschubs zahlt die Ausgleichskasse keine Kinderrenten aus. Kinderrenten werden grundsätzlich bezahlt, für AHV-Altersrentenbezüger die Kinder bis 18 Jahre haben bzw. Kinder bis 25 Jahre, sofern die Kinder in Ausbildung sich befinden.
  • Jahre 0-2 Monaten 3-5 Monaten 6-8 Monaten 9-11 Monaten
    1 Jahr 5.2% 6.6% 8.0% 9.4%
    2 Jahre 10.8% 12.3% 13.9% 15.5%
    3 Jahre 17.1% 18.8% 20.5% 22.2%
    4 Jahre 24.0% 25.8% 27.7% 29.6%
    5 Jahre 31.5%
  • a.3) WO
  • a.3.a) In der Schweiz lebend
    Grundsätzlich bei der Ausgleichskasse, die zuletzt für Sie bzw. für Ihren Arbeitgeber die AHV-Beiträge eingezogen hat (AHVV 122 Abs. 1). Bei Ehepaaren die Ausgleichskasse, die die Rente bezahlt des Ehegatten der als erster eine AHV-Rente bezieht (AHVG 64a). Ausländische Renten werden für EU/EFTA/CH-Bürger die in der Schweiz wohnen gleich bei der CH-Anmeldung mit beantragt. Diese Renten werden dann direkt vom ausländischen Träger ausbezahlt.
  • a.3.b) Im EU/EFTA-Ausland lebend
    Versicherte im EU/EFTA-Ausland müssen die CH-Rente beim Sozialversicherungsträger des EU/EFTA-Wohnlandes anmelden. Die Sozialversicherungsträger des Wohnlandes leiten die Anmeldung dann an die ZAS in der Schweiz weiter, die die Anmeldung und ganze Bearbeitung dann abhandeln wird. Sofern NULL Versicherungszeit im EU/EFTA-Wohnsitzstaat vorhanden, dann muss man sich nicht im EU/EFTA-Wohnsitzstaat anmelden, sondern direkt in der Schweiz. (KSBIL 2002). Wird die Anmeldung bei einem unzuständigen Träger im In- oder Ausland eingereicht, so hat dieser die Anmeldung an den zuständigen Träger weiterzuleiten (Art. 2 Abs. 3 VO 987/09) (KSBIL 2006)
  • a.3.c) Ausserhalb CH/EU/EFTA lebend
    Wenn in einem Land lebend mit dem die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat z.B. USA, dann erfolgt die Anmeldung bei der Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf. Das Anmeldeformular ist online verfügbar.
    Die Liste der Länder mit denen die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat finden Sie HIER:
    Wenn in einem Land lebend mit dem die Schweiz KEIN Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat,  z.B. Russland:
    – sofern CH-Bürger, dann direkt bei der Schweizerische Ausgleichskasse in Genf anmelden. Anmeldeformular.
    – Wenn Sie kein CH-Bürger sind, dann besteht in diesem Land wohnend KEIN AHV-Altersrentenanspruch. Es macht Sinn in dieser Konstellation zu prüfen, ob sie die in der CH geleisteten AHV-Beiträge sich Rückerstatten lassen können bei der Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf. Rückvergütet werden die tatsächlich geleisteten Beiträge an die AHV (nicht aber die IV- und EO-Beiträge), Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil jeweils unverzinst. Voraussetzung für die Rückerstattung der in der Schweiz geleisteten AHV-Beiträge sind:
    Staatsangehörigkeit zu einem Staat mit dem CH KEIN Sozialversicherungsabkommen hat. Massgebend ist Staatsangehörigkeit im Zeitpunkt der Rückforderung. Keine Personen mit Doppelbürgerrecht, also nur Personen OHNE CH-Pass, Mindestbeitragsdauer  bei der AHV ist 1 Jahr. Wohnsitz Schweiz muss definitiv aufgegeben werden; auch Ehefrau und Kind unter 25 müssen Wohnsitz in CH aufgeben.
    Die Beitragsrückvergütung ist in der Regel über die Schweizerische Ausgleichskasse, 18, Avenue Edmond Vaucher, CH-1211 Geneve, geltend zu machen. Dies ist die einzige zur Auszahlung berechtigte Stelle.Vor der Ausreise kann die Beitragsrückvergütung aber auch über die für den Beitragsbezug zuständige AHV-Ausgleichskasse beantragt werden. Sie bearbeitet den Fall soweit möglich und leitet das Gesuch nach Prüfung aller Angaben zur abschliessenden Behandlung an die Schweizerische Ausgleichskasse weiter. Sie leistet dann die Auszahlung.
b) Anmeldung einer Ausländischen Altersrente
  • b.1) Altersrente/Invalidenrente eines EU/EFTA-Staates anmelden
  • Grundsätzlich:
    Die Anmeldung für eine Altersrente ist grundsätzlich bei der Versicherung im Wohnsitzland (= beim dort zuständigen Träger) der anspruchsberechtigten Person einzureichen. (VO 987/2009 45 Abs. 4, KSBIL 2001). Sofern NULL Versicherungszeit im Wohnsitzstaat  vorhanden, dann nicht im Wohnsitzstaat anmelden, sondern direkt im relevanten Vertragsstaat (KSBIL 2002). Wird die Anmeldung bei einem unzuständigen Träger im In- oder Ausland eingereicht, so hat dieser die Anmeldung an den zuständigen Träger weiterzuleiten (Art. 2 Abs. 3 VO 987/09) (KSBIL 2006)
  • Altersrentenanspruch in verschiedenen Ländern innerhalb (EU/EFTA/CH):
    Ein einziger Antrag löst grundsätzlich ein Anmeldeverfahren in allen beteiligten EU-EFTA-Staaten aus (KSBIL 2007).
    Sofern Mindestalter in einem dieser Länder noch nicht erreicht, wird Antrag in diesem Land abgewiesen. Die versicherte Person kann jedoch beim Antrag ausdrücklich wünschen, dass Leistungsfeststellung in einzelnen Ländern aufgeschoben wird (KSBIL 2008).
  • Wohnort Schweiz::
    Die Anmeldung für eine Altersrente ist in der Schweiz, d.h. im Wohnsitzland vorzunehmen (VO 987/2009 45 Abs. 4, KSBIL 2001). Ausländische Renten werden für EU/EFTA/CH-Bürger die in der Schweiz wohnen gleich bei der AHV-Anmeldung mitbeantragt. Diese ausländischen Renten werden dann direkt vom ausländischen Träger ausbezahlt.Falls EU-Rente und AHV-Altersrente gleichzeitig beantragt werden: Antrag auf EU-Rente mit normalem CH-Anmeldeformular «Anmeldung für eine Altersrente»
    Falls nur EU-Rente beantragt wird, ohne CH-Rente (z.B. weil noch kein CH-Rentenanspruch jedoch Anspruch im Ausland). SWAP-Antragsformular: Antrag auf eine Altersrente aus einem EU-Staat (KSBIL 2015)Ein AHV-Antrag für eine EU-Rente ersetzt hingegen in keinem Fall die Anmeldung für eine schweizerische Rente (KSBIL 2018).
  • Wohnort ausserhalb Schweiz jedoch innerhalb EU/EFTA:
    Die Anmeldung für eine Altersrente ist bei der Versicherung im Wohnsitzland (= beim dort zuständigen Träger) vorzunehmen.  Auch für Grenzgänger mit ausländischem Wohnsitz gelten die allgemeinen Zuständigkeits- und Verfahrensregeln (KSBIL 2005).
  • Wohnort ausserhalb Schweiz und ausserhalb EU/EFTA:
    Sofern Wohnsitz ausserhalb CH und EU, dann muss man sich in dem EU/EFTA-Land anmelden, in dem die versicherte Person zuletzt versichert war (KSBIL 2004).
  • b.2) Altersrente/(Invalidenrente eines Staates anmelden das nicht zur EU/EFTA gehört, zu dem jedoch die Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen hat
    Personen, die in der Schweiz wohnen und die zu keinem Zeitpunkt Versicherungszeiten in der Schweiz zurückgelegt haben machen Rentenanträge aus Vertragsstaaten über die SAK (Schweizerischen Ausgleichskasse in Genf ) bei den ausländischen Versicherungsträgern geltend.
  • Man kann bei der ZAS das Anmeldeformular für diese Rente entweder per Internet auf der  ZAS-Seite:
    oder dann schriftlich an der folgenden Adresse bestellen.
    Schweizerische Ausgleichskasse
    Internationale Verwaltungshilfe
    Postfach 3100
    1211 Genf 2
    Schweiz
  • Die von der SAK bereitgestellten Anmeldeformulare sind dann jeweils ausgefüllt an die SAK zurücksenden. Die SAK leitet dieses Anmeldeformular dann weiter an die zuständige Sozialversicherungsbehörde im Ausland.
  • Liste der Länder mit denen die Schweiz ein SV-Abkommen hat: Liste ansehen
    Die Zentrale Ausgleichsstelle/Schweizerische Ausgleichskasse in Genf bietet Hilfestellung im Rahmen der Anmeldung an.
  • b.3) Altersrente/(Invalidenrente eines Staates anmelden,mit dem die Schweiz KEIN Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat.
    Sie haben Ihren Wohnsitz in der Schweiz und waren in einem Land versichert, mit dem die Schweiz kein bilaterales Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat:
    Nicht EU oder EFTA Bürger müssen die Renten über den entsprechenden Träger direkt beantragen jeweils über die Botschaft. Das Gesuch muss an die Botschaft des entsprechenden Landes gerichtet werden. Die Liste der Botschaften bzw. ausländischen Vertretungen in der Schweiz.
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